Die Digitalisierung kommt mit großen Schritten auf die Apotheken zu

05.Aug.2020

Vor gut 40 Jahren war es normal, dass eine Apotheke am Mittwochnachmittag geschlossen hatte und samstags um 13:00 schloss. Nach und nach wurden die Öffnungszeiten verlängert, die Arzneimittelpreisverordnung wurde aufgeweicht, der wirtschaftliche Druck stieg. Zusätzlich kam eine neue Apothekenform mit dem Versandhandel auf den Markt. Auch die Form des Warenlagers veränderte sich. Kommissionierautomaten ersetzten Schubladen und in der Sichtwahl ist es möglich, Regale digital anzeigen zu lassen. Dieses ist nur eine kleine Zusammenfassung dessen, mit welchen Veränderungen die Apotheke bis jetzt erfolgreich umgegangen ist.

Was selbst vor fünf Jahren noch kaum vorstellbar war, ist heute Realität oder hat sich im Alltag etabliert

Hätte uns zu Beginn des Jahres jemand gesagt, dass ein Großteil der Bevölkerung inzwischen aus dem Homeoffice arbeitet oder ich virtuelle Trainings durchführe, wir hätten sicherlich mit dem Kopf geschüttelt. Was wir zurzeit erleben, ist eine Digitalisierung im Schnelldurchlauf. Der Kunde wird mehr und mehr auf digitale Einkaufserlebnisse gepolt. Selbstverständlich ist es inzwischen, eine Reise selbst über das Internet zu buchen oder im Supermarkt per Handy zu bezahlen. Es ist für den Endverbraucher nur schwer nachzuvollziehen, warum das, was er aus anderen Branchen kennt, im Arzneimittelbereich nur kaum möglich ist.

Die Krise als Chance sehen

Große Märkte in der Selbstmedikation sind in den letzten Monaten drastisch eingebrochen. Viele Patienten haben zu Beginn der Corona-Krise auch RX-Produkte gehamstert. Das sind Rezepte, die jetzt fehlen. Ebenso ist der Freiwahlbereich betroffen. Die Kundenzahlen erholen sich nur langsam. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, nutzen Sie die Zeit, um sich am Markt auch digital zu positionieren.

Werden Sie analoger und digitaler Ansprechpartner vor Ort

Umfragen in der deutschen Bevölkerung zeigen, dass sich immer mehr Menschen eine digitale Erreichbarkeit der Apotheke vor Ort wünschen. Es wird auch in Zukunft immer Situationen geben, in denen der Kunde direkt in die Apotheke geht. Nur sollte er auch die Möglichkeit haben, mit der Apotheke auf dem digitalen Weg zu kommunizieren.  Bieten Sie z. B. pharmazeutische Beratung virtuell oder telefonisch an. Zum Start vielleicht erst zu bestimmten Zeiten. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie für den Kunden gut erreichbar sind.

Ist ein Medikament nicht am Lager, ist es in den meisten Apotheken selbstverständlich, dass eine Nachlieferung per Botendienst angeboten wird. Wenn Sie bereits einen Boten im Haus haben, bieten Sie die Möglichkeit von Vorbestellungen mit an. Spricht sich das erst einmal rum, ist die öffentliche Apotheke eine sehr gute Alternative zum Versandhandel. Ferner sprechen Sie damit ein jüngeres Klientel an, was sonst evtl. im Versandhandel bestellen würde. Merken die Kunden, dass eine Bestellung bei Ihnen auch noch schneller als im Versandhandel zugestellt wird, liegen alle Trümpfe in Ihrer Hand. Wenn Sie schon jetzt eine digitale Vorbestellung anbieten, wird der Kunde in Zukunft sein e-Rezept bei Ihnen einlösen.

Zukunftsaussichten

Vielleicht wird es nötig sein, zur Digitalisierung das Knowhow einer Plattform zu nutzen, um sich gut zu positionieren.

  • Die Zeiten, in denen der Apotheker als Einzelkämpfer agierte, könnten der Vergangenheit angehören.
  • Eine pharmazeutische Beratung könnte nicht nur in der Apotheke durchgeführt werden, sondern auch aus der „Home-Offizin“.
  • Der Kunde wird an die Einnahme oder rechtzeitige Bestellung seiner Dauermedikamente per App erinnert.

Auf jeden Fall gilt es jetzt, die Chance zu nutzen, um in Zukunft gut aufgestellt zu sein. Wie heißt es so schön: Stillstand ist Rückschritt. Vermeiden Sie diesen. Zeigen Sie sich als moderne „Gesundheitsquelle“.

 

 

 


 

 

 

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